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Vasektomie
Bei
abgeschlossener Familienplanung stellt die Vasektomie (=
Unterbindung der Samenleiter des Mannes) die einfachste und eine der
sichersten Methoden der Schwangerschaftsverhütung dar. In Amerika
ist diese Form der Familienplanung die häufigste Kontrazeptionsform
bei Paaren über dem 30. Lebensjahr.
Ich
biete die schonendste Form der Vasektomie an - es ist dies die
sogenannte No-Scalpel-Technik.
Dieser Eingriff kann sowohl in der Ordination als auch im
Krankenhaus durchgeführt werden. Es handelt sich dabei um einen
ambulanten Eingriff und er ist nur mit minimalen Risiken verbunden.
Sehr
geehrter Patient!
Sie
haben sich nach reiflicher Überlegung für eine Sterilisation
(Unterbindung der Samenleiter = Vasektomie) entschieden. Mit dieser
Operation erreicht man eine dauerhafte Unfruchtbarkeit. Gerade herkömmliche
Methoden der Empfängnisverhütung sind weniger sicher als eine
Unterbindung der Samenleiter und zum Teil mit Nebenwirkungen
belastet (z. B. langfristige Pilleneinnahme, Kondom, Komplikationen
nach Eileiterunterbindung). Aus dieser Sicht
stellt die Vasektomie eine nebenwirkungsarme und verläßliche
Methode für die Familienplanung dar. Vor diesem Eingriff müssen
Sie allerdings die Operation, die Risiken und Folgen der geplanten
Maßnahme kennen und in weiterer Folge auch schriftlich Ihr Einverständnis
zu diesem Eingriff dokumentieren.
In diesem Aufklärungsblatt sind nun wichtige Punkte angeführt,
die Sie sich bitte durchlesen sollten. Sollten noch weitere Fragen
auftauchen, so bitten wir Sie diese mit dem behandelnden Arzt zu
besprechen.
Was
sollte vor dem Eingriff bedacht werden?
Die
Sterilisationsoperation bei der die Samenleiter des Mannes
unterbunden werden stellt heute die sicherste Methode dar, um eine
anhaltende Unfruchtbarkeit zu erzielen. Da die Unterbindung der
Samenleiter eine endgültige Operation darstellt, sollte man sich
natürlich über die Tragweite bewußt sein. Es sollte die
Familienplanung abgeschlossen sein und es sollte eine stabile
Beziehung mit der Partnerin bestehen. Eine spätere Rückoperation
ist zwar möglich, die Erfolgsrate daß die Samenleiter dann wieder
durchgängig sind, liegt zwischen 70
und 80 %. Man weiß auch, daß nach der Vasektomie die
Samenqualität sich so verschlechtern kann, daß eine Befruchtung
auf natürlichem Wege zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr möglich
ist. Somit sollten Sie die Vor- und Nachteile Ihres Entschlusses gründlich
abwägen und Sie sollten 100 % diesen Eingriff wünschen, sonst könnte
zu einem späteren Zeitpunkt eine psychische Beeinträchtigung
(Sterilisationsneurose) auftreten,
wenn dieser Entschluß nicht aus voller Überzeugung
getroffen wurde.
Wann
ist eine Sterilisation sinnvoll?
Das
gesetzliche Mindestalter für diesen Eingriff beträgt in Österreich
derzeit 25 Jahre. Für die Krankenkassen erfüllt dieser Eingriff
jedoch nicht die Kriterien
einer Krankenbehandlung und somit werden die Kosten von den Kassen
nicht übernommen (Ausnahme sind genetische Störungen, die auf ein
Kind übertragen werden können).
Auch
bei technisch einwandfreier Durchführung des Eingriffes kann es in
Einzelfällen durch spontane Rekanalisation zur unerwünschten
neuerlichen Durchgängigkeit der Samenleiter kommen. Aus
diesem Grund müssen nach der Vasektomie mehrere Spermiogramme
abgegeben werden um den kompletten Verschluß nachzuweisen. Der
Zeitplan ist im unteren Punkt angeführt.
Sollte
sich unerwarteter Weise Ihre persönliche familiäre Situation durch
eine Trennung, einen Todesfall oder eine neue Partnerschaft verändern
und mit der Partnerin neuerlich ein Kinderwunsch in einer späteren
Lebensphase eintreten, so können die Samenleiter mit einer
mikrochirurgischen Operationstechnik neuerlich zusammengenäht
werden. Die Durchgängigkeitsrate liegt zwischen 70 % und 80 %,
somit besteht die Chance, daß eine natürliche Befruchtung nach
erfolgter Rückoperation sehr wahrscheinlich ist. Allerdings muß
nochmals darauf hingewiesen werden, daß die Vasektomie eine endgültige
Operation sein sollte und daß die Rückoperation ebenso von den
Krankenkassen nicht bezahlt wird und die Operationskosten etwa
2500.- € betragen. Auch bei bleibend verschlossenen Samenwegen
gibt es in der modernen Reproduktionsmedizin Möglichkeiten mit
einzelnen Samenzellen Schwangerschaften zu erzielen (intrazelluläre
Spermieninjektionstechnik).

Operationstechnik:
An
unserer Abteilung wird die messerlose Samenleiterunterbindung (No
Scapel-Vasektomie) durchgeführt. Diese Methode stellt die modernste
Art der Samenleiterdurchtrennung dar und wird in der Regel in
lokaler Betäubung durchgeführt. Bei dieser Operation wird zuerst
lokales Betäubungsmittel entlang der beiden Samenstränge
eingespritzt, um die Haut und das Operationsgebiet
schmerzunempfindlich zu machen. Mit einer Dissektionsklemme wird die
Hodenhaut entlang der Hautfasern gespreizt, um eine möglichst
blutungsarme Operation zu ermöglichen. Durch diese Technik kann auf
einen Hautschnitt verzichtet werden und es wird damit eine
Verletzung der unter Haut liegenden Blutgefäße vermieden. In
weiterer Folge wird der Samenleiter mit einer Klemme soweit freipräpariert,
daß er mit einem Spezialinstrument gefaßt werden kann. Es wird
dann ein Stück des Samenleiters herausgeschnitten und unter dem
Mikroskop untersucht. Die
beiden Samenleiterenden werden mit einem Elektrokauter verkocht,
sodaß das Gefäß nicht mehr duchgängig ist. Es wird noch zusätzlich
eine Unterbindung der Samenleiter mit einem Faden, der sich nicht
von selber auflöst, durchgeführt. Die beiden Samenleiterenden
werden dann so in das Hodenfach zurückverlagert, daß noch eine
Bindegewebsschicht zwischen den beiden Enden liegt, sodaß man mit
99,9%iger Sicherheit davon ausgehen kann, daß es zu keiner
Rekanalisierung kommt (Wiederzusammenwachsen der Samenleiter). Die
beiden Samenleiterenden werden dann in den Hodensack zurückverlagert
und die kleine Wunde verschließt sich ohne Anlegen einer Hautnaht
von selbst. Die Operationszeit selbst beträgt ca. 20 min. Um den
Erfolg auch zu dokumentieren sind in weiterer Folge Samenproben
notwendig. Die erste Samenprobe sollte 8 Wochen nach der Operation
und dann in Abstand von 4 Wochen so lange abgegeben werden, bis in 3
Samenproben keine weiteren Samenzellen mehr nachweisbar sind.
Somit ist der Zeitpunkt der endgültigen Unfruchtbarkeit im
Minimum 4 Monate nach dem Eingriff erreicht, es kann allerdings auch
ein ½ bis ein ¾ Jahr dauern bis die endgültige Unfruchtbarkeit
bestätigt wird.
Nebenwirkungen
der Vasektomie
Wie
bei jedem operativen Eingriff kann es auch bei der Vasektomie zu
Einblutungen und Wundinfektionen als Operationsfolge kommen, diese
sind in der Regel harmlos und nur von kurzer Dauer. Sie sind
allerdings dringend aufgefordert sich bei Beschwerden unverzüglich
in ärztliche Behandlung zu begeben. Die früher veröffentlichte
Behauptung, daß durch die Vasektomie Prostatakarzinome
(Prostatakrebs) ausgelöst werden kann, sind durch Studien und sorgfältige
Analysen widerlegt worden. Man muß allerdings darauf hinweisen, daß
das Prostatakarzinom das häufigste Krebsleiden des Mannes ist und
wir deshalb ab dem 50. Lebensjahr eine jährliche urologische
Kontrolluntersuchung empfehlen. Erektionsstörungen und Impotenz
werden nach dem heutigen Stand der Wissenschaft durch die Vasektomie
weder gefördert noch ausgelöst. Die Produktion der männlichen
Sexualhormone wird ja durch die Vasektomie nicht beeinflußt, da das
Testosteron über den Blutweg abtransportiert wird.
Komplikationen
-
Verletzungen
von Gefäßen mit der Gefahr einer Mangeldurchblutung der
Hoden (Folge: Hodenschrumpfung=Atrophie), insbesondere
nach Voroperation;
-
Blutungen
oder Nachblutungen (0-15% der Fälle), die auch noch 24 Stunden
nach dem Eingriff einsetzen können;
-
Schmerzen
in der Leistengegend (0-5%), die meist innerhalb des ersten
Jahres auftreten;
-
Infektionen
im Wundgebiet (0-15%);
-
Nebenhodenentzündung
und Hodenabszesse (0,5-5%). Insbesondere nach Vorerkrankungen
ist diese Gefahr deutlich erhöht. Durch Gabe von Antibiotika
und durch kühlende Umschläge klingt in vielen Fällen die Entzündung
wieder ab. Ein Abszeß muß in der Regel operativ behandelt
werden. Im Extremfall ist mit einer vollständigen Entfernung
des betroffenen Nebenhoden-Hodenpakets zu rechnen;
-
Bildung
von knotenförmigen
Bindegewebswucherungen (4-10%) durch Austritt von Samenfäden in
das umliegende Gewebe (Spermagranulombildung) oder durch Fremdkörperreaktion
auf das Nahtmaterial (Fadengranulom);
-
erneute
Zeugungsfähigkeit (0,4-0,8%) durch ein- oder beidseitiges
Zusammenwachsen der unterbrochenen Samenleiterenden;
-
Bildung
von auffälligen, dicken, wulstigen, verfärbten und/oder
schmerzhaften Narben (Narbenwucherung, Keloid).
Weitere
Beachtung
Wie
erwähnt wird dieser Eingriff normalerweise in lokaler Betäubung
durchgeführt. Beachten Sie allerdings, daß Sie nach dem Gesetzt für
24 Stunden nicht verkehrstauglich sind und somit auch für diesen
Zeitraum kein Fahrzeug lenken dürfen, keine gefährlichen Maschinen
betätigen dürfen und auch keine wichtigen Entscheidungen treffen
sollten.
Worauf
ist nach der Operation zu achten
-
Handeln
Sie unbedingt nach den Anordnungen Ihres Arztes. Bitte halten
Sie auch die Termine zur Nachuntersuchung ein.
-
Bei
anhaltenden Schmerzen, starker Schwellung, Blutaustritt, Verfärbung
des Hodensackes und Fieber wenden Sie sich bitte an den
behandelnden Arzt bzw. an den diensthabenden Arzt der
Urologischen Abteilung.
Einwilligungserklärung
Über
die geplante Operation und die möglichen Komplikationen wurde ich
ausführlich informiert. Ich bin mir über die Art und Bedeutung des
Eingriffes, den speziellen Risiken und möglichen Komplikationen im
Klaren. Ich habe den Inhalt dieses Aufklärungsbogens sowie die zusätzlich
erfolgte mündliche Aufklärung verstanden und keine weiteren
Fragen. Ich willige hiermit nach ausreichender Bedenkzeit in die
geplante Operation ein. Mit unvorhersehbaren erforderlichen
Erweiterungen des Eingriffes bin ich ebenso einverstanden.
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